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SÜDAMERIKANISCHE LÄNDER: LEBEN IN PERU

Südamerika ist ein Teil der Welt, von dem viele von uns träumen. Eines der Länder auf diesem Kontinent ist Peru. Viele Auswanderer aus allen Ländern gehen nach Peru, um dort zu leben, sei es für ein paar Monate oder für mehrere Jahre. Allgemein gehen einige dort hin, um zu arbeiten. Doch andere tun das aus anderen Gründen: Beispielsweise um das Land zu entdecken. Peru lockt mit seiner kulturellen Vielfalt, seinen atemberaubenden Landschaften und seiner warmherzigen Bevölkerung. Es wäre deshalb interessant, etwas über Peru, dem Land des Macchu Picchu, zu wissen.

Formalitäten

Um in Peru zu leben, brauchen Sie ein Visum. Sie haben das Recht, sich dort für maximal 183 Tage aufzuhalten. Wenn Ihr Aufenthalt länger dauern soll, ist ein befristetes Visum oder ein Dauervisum erforderlich. Außerdem muss Ihr Reisepass noch für 6 Monate nach der vorhergesehenen Rückkehr gültig sein. Andernfalls können Sie sich für ein Working-Holiday-Visum entscheiden. Weitere Informationen finden Sie in diesem Artikel oder auf der offiziellen Website.

Das befristete Visum gilt für 90 Tage, ist aber erneuerbar, wenn dies fristgerecht beantragt wird. Es ist für Studenten, Künstler, Zeitarbeiter, auswärtige Arbeitskräfte, religiöse Vertreter, unabhängige Investoren und Professionelle sowie Touristen aus bestimmten Ländern vorgesehen. Wenn Sie weitere Informationen über das befristete Visum wünschen, klicken Sie hier.

Das Dauervisum ist ein Jahr lang gültig und kann jedes Jahr erneuert werden. Vorgesehen ist es für auswärtige Arbeitskräfte die in Peru leben, Studenten, religiöse Vertreter, unabhängige Investoren und Professionelle, Rentner und Familienmitglieder von Einwohnern. Um dieses Visum zu beantragen (und um es zu erneuern) benötigen Sie einen Termin bei Interpol, um Ihr Strafregister, Ihre digitalen Fingerabdrücke und Ihr Prothesenregister zu bestätigen. Der Arbeitsvertrag der peruanischen Firma, die Sie eingestellt hat wird ebenfalls von Ihnen gefordert, sofern das Arbeitsministerium diesem zugestimmt hat. Hier finden Sie weitere Informationen über das Visum.

In Peru arbeiten

Es kann schwierig sein, in Peru eine Arbeit zu finden, während man sich nicht dort aufhält. Aber es ist nicht unmöglich. Allerdings ist es besser, mit der Arbeitssuche zu beginnen, bevor man in Peru ankommt. Um Arbeit zu suchen können Sie zunächst im Internet nachschauen, dazu gibt es Websites, die auf die Arbeitssuche in Peru spezialisiert sind. Konzentrieren Sie sich nicht auf eine einzige Region, sondern seien Sie offen für Mobilität. Wenn Sie einmal vor Ort angekommen sind, suchen Sie in Kleinanzeigen oder fragen Sie Ortskundige. Mundpropaganda funktioniert in Peru sehr gut, wenn es um Arbeit geht.

Die vielversprechendsten Felder sind Export, Fertigung, Tourismus, Bildung und Gesundheitswesen. Peruanische Firmen stellen allgemein lieber einheimische Arbeitnehmer ein, doch mitunter finden auch EInwanderer leicht Arbeit. Allerdings muss man, um in Peru zu arbeiten, sich auf die Fähigkeiten konzentrieren, die für die von den Firmen angebotenen Posten erforderlich sind. Peruanische Firmen dürfen maximal 20% ausländische Arbeitskräfte haben und müssen dafür beweisen, dass Sie keine einheimische qualifizierte Arbeitskraft gefunden haben. Die Wochenarbeitszeit in Peru beträgt laut Gesetz 48 Stunden, kann aber je nach Vertrag und Job variieren. Das Arbeitsrecht schützt die Arbeitnehmer umfangreich, ist aber gleichzeitig beim Thema Entlassung sehr streng.

Eine Unterkunft finden

In Peru finden Sie eine Vielzahl an Angeboten für Immobilien, von der Wohnung zu großen Haus, möbliert oder nicht. Achten Sie darauf, den Vertrag gut durchzulesen, wenn Sie eine Immobilie mieten. Da sie in Spanisch verfasst ist, müssen Sie genau darauf achten, was darin steht, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Eine Unterkunft in Peru zu finden ist nicht sehr schwer. Schauen Sie genau, ob Sie in den Straßen Immobilien finden, oder auch in Kleinanzeigen oder auf spezialisierten Websites.

In der Miete der Immobilien ist Strom und Wasser meist noch nicht inbegriffen. Allerdings müssen Sie in vielen Wohnhäusern Gemeinkosten zahlen, die als „mantamiento“ bekannt sind. Das ist eine Gebühr, die zusätzlich zur Miete zu zahlen ist und die in manchen Fällen Wasserkosten beinhalten. Die Mieten variieren sehr, abhängig von der Stadt, der Region und der Immobilie. Doch auch andere Kriterien können berücksichtigt werden. Die Miete kann oft vor dem Unterzeichnen des Mietvertrags mit dem Besitzer der Immobilie verhandelt werden. Es gibt zwei Arten von Mietverträgen in Peru: Den befristeten und den unbefristeten Vertrag. Der befristete Vertrag hat eine Laufzeit von maximal 10 Jahren. Der unbefristete Vertrag kann von einer der beiden Parteien gekündigt werden, wobei dies mindestens einen Monat im Voraus angekündigt werden muss.

Fortbewegung in Peru

Peruanische Fahrer sind äußerst schroff in ihrer Fahrweise; sie achten überhaupt nicht auf Fußgänger. Passen Sie daher auf, wenn Sie eine Straße überqueren und wenn Sie als Fußgänger unterwegs sind. Die Hauptstadt Lima ist sehr verschmutzt, da der Straßenverkehr dort schlimmer ist als in Paris. In Taxis gibt es keinen Preiszähler. Daher ist es ratsam, den Preis beim Einsteigen ins Taxi zu verhandeln. Doch es gibt noch eine andere Möglichkeit, wenn Sie kein Taxi nehmen wollen: Die colectivos. Das sind Kleinbusse mit Platz für 5 Fahrgäste. Diese sind schneller als Busse und günstiger als Taxis. Außerdem gibt es combis, die bis zu 20 Fahrgäste aufnehmen können.

Es ist in der Tat möglich, sich mit dem Bus, dem Boot, der Bahn oder sogar mit dem Flugzeug fortzubewegen. Das Busnetzwerk ist sehr vielfältig. Sie können fast überall Bushaltestellen finden. Jedoch sind die Fahrzeiten ziemlich zufällig, denn die Busse können fast überall auf Wunsch eines Fahrgasts halten. Mit dem Zug zu fahren ist in Peru nicht einfach: Es gibt nur wenige Linien und die Dienste sind sehr begrenzt. Um von einer Region zur anderen zu gelangen ist das Flugzeug die preisgünstigste Lösung. Doch man muss daran denken, zu reservieren. Außerdem bieten einige Fluggesellschaften interessante Tarife für Einwohner. Wenn Sie im Amazonasteil reisen ist das Boot ein gutes Transportmittel (Beispiel: Peki-pekis, ein kleines Wassertaxi). Auch das Reisen auf größeren Schiffen für längere Strecken ist möglich.

Gesundheit in Peru

Vor dem Aufbruch nach Peru sollte man sich unbedingt gegen die Tollwut impfen lassen. Es gibt besonders im Norden des Landes sehr viele Straßenhunde. Auch eine gute Versicherung ist unabdingbar, wenn Sie zum Arbeiten nach Peru gehen wollen ist sie verpflichtend. Die medizinischen Kosten sind in Peru nämlich exorbitant hoch, vor allem wenn Sie sich in einer Klinik „für Touristen“ versorgen lassen. Nehmen Sie auch Ihre eigenen Medikamente für den Krankheitsfall mit. Medikamente in Peru werden einzeln verkauft und sind nicht dieselben wie in Frankreich. Es gibt zwei Sozialversicherungen in Peru, wovon eine für Arbeitskräfte (öffentlicher oder privater Sektor), unabhängige Arbeiter, Studenten, Rentner sowie ihre minderjährigen Nachkommen verpflichtend ist. Hierbei handelt es sich um die Versicherung EsSalud. Die SIS (Seguro Integral de Salud) schützt einkommensschwache Personen.

Peru verfügt vor allem in großen Städten über eine gute medizinische Versorgung. In abgelegenen Regionen gibt es jedoch einen Mangel daran. Die Höhenkrankheit ist sehr verbreitet, vor allem in Lagen höher als 2300 Meter über dem Meeresspiegel. Um diese zu vermeiden oder die Symptome zu mildern, erholen Sie sich, versorgen Sie sich mit ausreichend Flüssigkeit, essen Sie leichte Kost und vermeiden Sie körperliche Anstrengung.

Die Lebensweise der Peruaner

In Peru gibt es keine wirkliche Mittelschicht. Die Peruaner sind entweder sehr arm oder sehr reich. Dies ist einer der Tatsachen die Sie erschrecken könnten, wenn Sie in Peru ankommen. Die Ärmsten haben teilweise keinen Zugriff auf die wichtigsten Grundversorgungsgüter (fließendes Wasser und Strom). Aber sie sind trotzdem glücklich, weil sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten über ein Minimum an Komfort verfügen. Und fast alle Peruaner verfügen über einen Job. Außerdem sind die Lebenskosten in Peru gering, weshalb es nicht schwer ist, den Bedürfnissen der peruanischen Bevölkerung gerecht zu werden.

Achtung! Das fließende Wasser in Peru ist nicht trinkbar. Es wird geraten, es vor Gebrauch gut zu filtern, beispielsweise mit einer Flasche, die mit einem Filter ausgestattet ist. Wenn Sie Obst und Gemüse waschen, denken Sie daran, es gut abzutrocknen. Und nutzen Sie vorzugsweise Lebensmittel, die sich schälen oder garen lassen.

Die Peruaner sind mehrmalige Erdbeben pro Jahr gewöhnt. Dieses Phänomen tritt in Peru sehr häufig auf. Es kann gut sein, dass Sie während Ihrer Reise Zeuge kleinerer Erschütterungen werden. Bei erheblicheren Erschütterungen müssen Sie sich zu den Schildern begeben, auf denen ein „S“ zu sehen ist. Diese zeigen Sicherheitszonen an, die auf Straßen und Gebäuden zu finden sind.

Florian Ravaux
Als gebürtiger Bretone befürchtet Monsieur Ravaux vor allem eines: dass ihm der Himmel auf den Kopf fällt. Florian Ravaux, 1983 in Rennes geboren, studierte Rechtswissenschaften in Frankreich an der Universität Rennes 1 und in Deutschland an der Humboldt-Universität zu Berlin. Während seines Studiums spezialisierte er sich auf europäisches Recht. Darüber hinaus erwarb er in Partnerschaft mit Sciences-po Straßburg einen Master-Abschluss in Wissenschaftspolitik am Institut des Hautes Etudes Européennes in Straßburg.
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