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Welche Weihnachtsfeiertage gibt es in Spanien?

Überall auf der Welt feiern die Menschen Weihnachten – ob in Asien, Afrika, Amerika oder Europa. Doch die Traditionen und Bräuche rund um das heilige Fest, können sich von Land zu Land unterscheiden. In Deutschland verbinden wir die Weihnachtszeit mit Schnee, Lebkuchen und Glühwein. Warm eingepackt besuchen wir mit der Familie den Weihnachtsmarkt und schauen Märchen-Klassiker wie „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, eingekuschelt auf dem Sofa mit einer Tasse heißem Tee. Und wie feiert der Rest der Welt das Fest der Liebe? Welche Weihnachtsfeiertage gibt es in Spanien und welche Traditionen und Bräuche gehen mit ihnen einher?

Weihnachtsfeiertage in Spanien: „la Noche Buena“

Auch in Spanien ist Weihnachten ein Fest der Familie. Doch ein wenig unterscheiden sich hier die Traditionen zu denen in Deutschland. Der 24. Dezember wird in Spanien „la Noche Buena“ gennant. Traditionell kommt hier die ganze Familie zusammen, um gemeinsam zu Abend zu essen. Nach dem Essen wird „la Urna del Destino“ („Urne des Schicksals“) auf den Tisch gestellt. Darin befinden sich sowohl kleine Geschenke als auch unnützes Zeug. Jeder darf so lange ziehen, bis er ein Geschenk erhält. Ein wenig erinnert dieser Brauch an das Schrottwichteln. 

Weihnachtsfeiertage in Spanien: „Día de los Inocentes“

Am 28. Dezember wird ein Brauch gefeiert, den wir in Deutschland so gar nicht mit Weihnachten verbinden: „Día de los Inocentes“, der „Tag der unschuldigen Kinder“. Vergleichbar mit den Traditionen rund um den 1. April. Es werden Witze auf Kosten der Mitmenschen gemacht und natürlich auch allerhand Scherze und Streiche durchgeführt. Zu den Klassikern zählen hierbei das Vertauschen von Salz und Zucker und das unbemerkte Anbringen von Zetteln auf dem Rücken Erwachsener. Auch Politiker, Firmen und Medien mischen dabei munter mit. In einigen Städten Spaniens ziehen auch Kinder von Haus zu Haus und bitten um Süßigkeiten. Dabei werden Weihnachtslieder gesungen. Doch hinter dem lustigen Tag steckt eine traurige Geschichte. Denn der Tag wurde zu Ehren der kleinen Kinder benannt, die im Auftrag von König Herodes zur Zeit der Geburt Jesu ermordet wurden. 

Die große Bescherung in Spanien

Anders als in Deutschland findet die Bescherung in Spanien nicht am Heiligen Abend, sondern erst am 6. Januar statt. Der Tag der Heiligen Drei Könige, „Día de los Reyes Magos“. Sie bringen den Kindern ihre Geschenke. Denn laut den Erzählungen wurde das Christkind zwar am 24. Dezember geboren, doch die Drei Heiligen Könige kamen erst am 6. Januar mit ihren Geschenken aus dem Morgenland. Während in Deutschland schon alle Festlichkeiten beendet sind und der Alltag wieder eingekehrt ist, freut sich ganz Spanien noch auf das große Fest. Eingeleitet wird der Dreikönigstag mit einem Umzug der „Cabalgata de Reyes“. In fast jedem Dorf und jeder Stadt wird der Ritt der Könige zelebriert. 

Florian Ravaux
Als gebürtiger Bretone befürchtet Monsieur Ravaux vor allem eines: dass ihm der Himmel auf den Kopf fällt. Florian Ravaux, 1983 in Rennes geboren, studierte Rechtswissenschaften in Frankreich an der Universität Rennes 1 und in Deutschland an der Humboldt-Universität zu Berlin. Während seines Studiums spezialisierte er sich auf europäisches Recht. Darüber hinaus erwarb er in Partnerschaft mit Sciences-po Straßburg einen Master-Abschluss in Wissenschaftspolitik am Institut des Hautes Etudes Européennes in Straßburg.
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