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KURZE ANLEITUNG ZUR KÖRPERSPRACHE IM AUSLAND

Handschlag, Daumen hoch, OK-Zeichen… Alltägliche Gesten wie diese wirken zunächst harmlos. Doch nicht alle Gesten haben nur eine, universelle Bedeutung und manche von ihnen können im Ausland zu großen Missverständnissen führen. Aber keine Sorge! In diesem Artikel haben wir eine kurze Anleitung zusammengestellt, um dich auf die Besonderheiten der Körpersprache im Ausland vorzubereiten.

Der Handschlag

Es gibt unterschiedliche Regeln für den Handschlag, je nachdem ob du dich beispielsweise in den USA, Marokko oder Brasilien befindest.

In den USA sollte der Handschlag fest und kräftig sein. Das sorgt für einen guten Eindruck bei deinem Gegenüber. Ein kleiner Tipp: Schaue der anderen Person dabei direkt in die Augen. Auch in Brasilien oder Mexiko sollte der Handschlag kräftig sein, dabei jedoch etwas länger andauern.

In anderen Ländern hängt die Art des Handschlags mit der Person zusammen. Beispielsweise wird in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in einigen asiatischen Ländern (ausgenommen den Philippinen) die Hand der ältesten Person als erstes geschüttelt . Dabei solltest du dich auch leicht verbeugen und den direkten Blickkontakt vermeiden.

In Marokko und Russland wird der Handschlag üblicherweise zwischen Personen des gleichen Geschlechts ausgeführt.

Daumen hoch

Es gibt keine natürlichere Geste für Anerkennung als den Daumen hoch, stimmt’s? Ja und nein. Auch hier ist Vorsicht geboten, denn diese einfache Handbewegung kann je nach Land absolut unterschiedlich aufgefasst werden. Besonders im Mittleren Osten (Afghanistan, Irak, Iran…) und in Griechenland hat diese Geste eine extrem beleidigende Bedeutung. In diesen Kulturkreisen wird der Daumen hoch nämlich als Mittelfinger interpretiert…! In Japan symbolisiert er dagegen die Zahl Fünf. Mit diesem Wissen kannst du leicht unangenehme Missverständnisse vermeiden.

Das OK-Zeichen

Dieses Handzeichen ist nicht in allen Ländern okay… Obwohl es in den USA oder in Großbritannien als harmlos gilt, muss das in anderen Kulturkreisen nicht auch so sein. In Brasilien, Venezuela und Russland ist dieses Zeichen besonders vulgär. Tatsächlich wird es dort genutzt, um eine bestimmte Körperöffnung darzustellen… In anderen Gegenden der Welt gibt es wieder andere Bedeutungen. In Japan zum Beispiel symbolisiert das OK-Zeichen Geld, in Frankreich dagegen die Zahl Null.

Das Victory-Zeichen

Das Victory-Zeichen steht üblicherweise für glorreiche Ereignisse oder den Frieden. Dabei ist es jedoch wichtig zu wissen, dass es zwei verschiedene Arten dieser Geste gibt, welche jeweils eigene Bedeutungen haben.

Denn wenn die Handfläche nach innen gerichtet ist, ist die Aussage eine ganz andere. In einigen Commonwealth-Staaten (Großbritannien, Neuseeland, Australien und Südafrika), ist es sehr abwertend, das Victory-Zeichen auf diese Art zu benutzen. Dort wird es als Mittelfinger, also als ein Akt der Missachtung oder Herausforderung gewertet.

Das Heranwinken

Diese Geste ist in den meisten westlichen Ländern üblich, um jemanden herbeizurufen, doch sie ist in vielen asiatischen Ländern alles andere als akzeptabel. In China, Japan, den Philippinen oder Singapur ist es äußerst unhöflich, diese Geste zu benutzen. Sie ist sogar nur dann angemessen, wenn man sie Hunden gegenüber verwendet. Ein kleiner Rat übrigens, falls du die Philippinen besuchst: Vermeide es, diese Geste Menschen gegenüber zu verwenden, du könntest sonst verhaftet werden! Stattdessen kannst du Leute heranwinken, indem du vier Finger benutzt (den Daumen ausgenommen) und deine Handfläche dabei auf den Boden zeigt.

Ab jetzt gibt es keine Ausreden mehr! Mit dieser kurzen Anleitung zur Körpersprache im Ausland wirst du brenzligen Situationen ausweichen können, besonders im Zusammenhang mit den philippinischen Behörden…!

Florian Ravaux
Als gebürtiger Bretone befürchtet Monsieur Ravaux vor allem eines: dass ihm der Himmel auf den Kopf fällt. Florian Ravaux, 1983 in Rennes geboren, studierte Rechtswissenschaften in Frankreich an der Universität Rennes 1 und in Deutschland an der Humboldt-Universität zu Berlin. Während seines Studiums spezialisierte er sich auf europäisches Recht. Darüber hinaus erwarb er in Partnerschaft mit Sciences-po Straßburg einen Master-Abschluss in Wissenschaftspolitik am Institut des Hautes Etudes Européennes in Straßburg.
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