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Ein Auslandssemester in Valencia

Studieren und Leben im Ausland

Ein Auslandssemester in Valencia

Ob als verpflichtender Bestandteil oder freiwillige Erfahrung während des Studiums, ein Auslandssemester ist ein lehrreiches und aufregendes Erlebnis.

In diesem Beitrag möchte ich über mein Auslandssemester, die Vorbereitungs- und Studienzeit, berichten. Die Beschreibung soll als Leitfaden für die Planung eines eigenen Auslandssemesters dienen.

Mein Studium der Übersetzung schloss, wie viele andere Studiengänge, ein Pflichtsemester im Ausland ein. Meine Kommiliton:innen und ich konnten uns zwischen einem Praktikums- und Unisemester entscheiden. Ich entschied mich für die zweite Option.

Die Planung eines Auslandssemesters

Die Wahl des Förderprogrammes und der Universität

Bei der Vorbereitung eines Auslandssemesters kann es, je nach Zielland und -universität, bedeutende Unterschiede geben. Die folgenden W-Fragen liefern einen Überblick über die grundsätzlichen Optionen:

Wo möchte ich hin? Zuerst solltest du dir überlegen, ob du an einer Universität in Europa oder auf einem anderen Kontinent studieren möchtest. Dann kannst du dich für ein Land und die passende Universität entscheiden. Achte bei der Wahl der Universität darauf, dass du die potenziellen Voraussetzungen, wie Zulassungsbeschränkungen oder Sprachkenntnisse, erfüllst. Außerdem solltest du dich vergewissern, dass Kurse angeboten werden, die deine Universität anerkennt. Informiere dich rechtzeitig bei der zuständigen Stelle deiner Universität.

Wie komme ich dorthin? Wie finanziere ich das Semester? Die zuständige Stelle wird dich sicherlich auch über die Austauschprogramme mit ihren Partneruniversitäten informieren. An meiner Universität wurden Studienaufenthalte an einer Partneruniversität im europäischen Ausland durch Erasmus+ und im nicht-europäischen Ausland durch Promos-Stipendien gefördert. Für mich haben sich durch das Studium an einer Partneruniversität in Valencia zahlreiche Vorteile ergeben: der bürokratische Aufwand war geringer, die Leistungen wurden problemlos anerkannt und ich wurde durch das Erasmus+-Programm finanziell unterstützt. Natürlich kannst du dich als Free Mover auch individuell an einer Wunschuniversität bewerben. Wenn du zusätzliche finanzielle Unterstützung benötigst, solltest du dich über Auslands-BAföG informieren.

Die Bewerbung

Gut acht Monate vor Beginn des Auslandssemesters hatte ich die Möglichkeit, Bewerbungen an drei verschiedene europäische Partneruniversitäten zu verschicken. Die Bewerbungen sollten die nachstehenden Unterlagen enthalten: einen Nachweis über die erforderlichen Sprachkenntnisse, einen ausführlichen tabellarischen Lebenslauf, ein einseitiges Motivationsschreiben, eine aktuelle Notenübersicht und Immatrikulationsbescheinigung. Die erforderlichen Unterlagen können je nach Universität und Förderprogramm abweichen. Zudem könnte es sein, dass die Gastuniversität nach beglaubigten Übersetzungen deiner Dokumente fragt.

Die letzten Vorbereitungen

Nachdem ich die gute Nachricht erhalten habe, dass ich an der Universitat de Valéncia angenommen worden bin, mussten die letzten Vorbereitungen vor der Abreise getroffen werden. Vor, während und direkt nach dem Auslandsaufenthalt werden immer wieder Dokumente der Heimat- und Gastuniversität darauf warten, von dir ausgefüllt zu werden. Nun musst du dich um eine Reise- oder Auslandskrankenversicherung kümmern und diese nachweisen. Außerdem kannst du bereits deine Kurse an der ausländischen Universität wählen. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass es sich dabei nur um eine vorläufige Kurswahl handelt. Vor Ort musste ich alle Kurse neu auswählen, da sie entweder gar nicht angeboten wurden oder doch nur nach Erfüllung bestimmter Voraussetzungen belegt werden konnten.

Des Weiteren sollten nun die Anreise geplant, also zum Beispiel der Flug gebucht, und eine Wohnung gesucht werden. Vielleicht bietet dir die gewählte Universität ein Zimmer in einem Studentenwohnheim an. Ansonsten musst du dich selber auf Wohnungssuche begeben. Es gibt verschiedene Portale, wie erasmusu und Spotahome, auf denen Zimmer für einige Monate vermietet werden. Ich kann dir den Tipp geben, rechtzeitig nach einer Unterkunft zu suchen, da mit Beginn des Semesters die Nachfrage nach Zimmern deutlich steigt.

Das Studieren und Leben während eines Auslandssemesters

Das Studieren im Ausland

Auslandssemester

Meistens ist die Ankunft im Gastland und an der Gastuniversität ziemlich aufregend. Du wirst dich erst mal in der neuen Umgebung orientieren müssen und hoffst wahrscheinlich, dass du schnell Leute kennenlernst. Selbstverständlich ist die Universität auf diese Gemütslage vorbereitet. Zu Beginn des Semesters hat in Valencia eine Willkommensveranstaltung stattgefunden, an der die Universität sowie verschiedene Kurse und Gremien vorgestellt wurden. Außerdem gibt es an jeder Universität einen Ansprechpartner für die Austauschstudierenden. Zusätzlich wird einem meist ein Student oder eine Studentin der Gastuniversität als Bezugsperson zugeordnet, der oder die sogenannte Buddy.

Der Unialltag ist Gewöhnungssache und wird sich, je nach Land, nicht bedeutend von dem in deinem Heimatland unterscheiden. Wichtig ist, dass du weißt, wo und wann deine Kurse stattfinden. In Valencia gab es durch die Siesta eine längere Mittagspause, dafür gingen die Kurse abends länger als in Deutschland. Mein letzter Tipp zum Start des Auslandssemesters: Informiere dich darüber, wo du Materialien drucken kannst und wie du möglichst kostengünstig an benötigte Literatur kommst. Es wäre ärgerlich, wenn du viel Geld in Bücher investierst, die du bei der Abreise nicht mehr in den Koffer bekommst.

Das Leben im Ausland

Dein Auslandssemester wird natürlich nicht nur aus Unialltag bestehen. Du wirst auch genügend Zeit und Möglichkeiten haben, das Land und die Kultur kennenzulernen. Vielleicht findest du sogar einen Sportverein oder entdeckst ein ganz neues Hobby. Doch auch wenn das nicht der Fall sein sollte, gibt es zahlreiche andere Aktivitäten und Erlebnisse, die die Zeit unvergesslich machen werden. Denk daran, dass viele Studierende vor Ort in der gleichen Situation sind wie du und auch neue Kontakte knüpfen möchten. Ihr könnt zum Beispiel gemeinsam die Cafés, Restaurants und Bars der Stadt erkunden oder die lokalen Sehenswürdigkeiten besuchen. In Valencia gab es eine Organisation, die gelegentliche Treffen und gemeinsame Ausflüge für Erasmus-Studierende geplant hat. Ein verlängertes Wochenende haben meine Freunde und ich genutzt, um mit dem Bus von Valencia nach Madrid zu fahren.

In meinen Augen hat ein Auslandssemester nur Vorteile. Es hat mich selbstständiger gemacht und für bleibende Erinnerungen gesorgt. Ein weiterer Pluspunkt: Es macht sich gut auf dem Lebenslauf.

Florian Ravaux
Als gebürtiger Bretone befürchtet Monsieur Ravaux vor allem eines: dass ihm der Himmel auf den Kopf fällt. Florian Ravaux, 1983 in Rennes geboren, studierte Rechtswissenschaften in Frankreich an der Universität Rennes 1 und in Deutschland an der Humboldt-Universität zu Berlin. Während seines Studiums spezialisierte er sich auf europäisches Recht. Darüber hinaus erwarb er in Partnerschaft mit Sciences-po Straßburg einen Master-Abschluss in Wissenschaftspolitik am Institut des Hautes Etudes Européennes in Straßburg.
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