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Als Rentner im Ausland leben

Manch einer träumt vom Reisen in ferne Länder. Doch oftmals fehlt vor allem eins: die Zeit. Die Reise muss sich lohnen, man will alles sehen, alles erleben. Nur geht jeder Urlaub irgendwann vorbei, der Job Zuhause holt einen zurück. Aber was, wenn man irgendwann nicht mehr arbeiten muss? Warum nicht den Ruhestand dort verbringen, wo man gar nicht mehr weg möchte? Warum nicht als Rentner im Ausland leben?

Der Ruhestand im Ausland – aber wo?

Wenn die Zeit kein Hindernis mehr ist, stellt sich vor allem die Frage: Wo möchte man hinziehen? Im Grunde steht einem die Welt offen. Doch innerhalb der EU sind die bürokratischen Hürden oftmals deutlich geringer als für den Rest der Welt. Abgesehen davon gibt es viele unterschiedliche Kriterien, nach denen sich eine solche Entscheidung treffen lässt: In welchem Klima fühlt man sich wohl? Welche Sprachen beherrscht man? Natürlich spielt auch das Geld eine Rolle. Länder mit hohen Lebenserhaltungskosten innerhalb Europas sind beispielsweise die Schweiz, Norwegen und Schweden. Günstige Länder sind etwa Portugal, Griechenland und Bulgarien. Außerhalb von Europa lassen sich hier zum Beispiel die Philippinen, Panama und Thailand nennen.

Als Rentner im Ausland leben – vorübergehend oder auf Dauer?

Natürlich will die Rente im Ausland gut überlegt sein. Und es macht durchaus einen Unterschied, ob man sich entschließt, lediglich einen sehr langen Urlaub woanders zu verbringen, oder ob man sein Land dauerhaft verlässt, um in der Fremde heimisch zu werden.

Rente im Ausland

Entscheidet man sich, nur bis zu sechs Monate im Jahr im Ausland zu verbringen, wird die Rente in voller Höhe ausgezahlt, als würde man in Deutschland wohnen. Dabei spielt es keine Rolle, ob man nun innerhalb oder außerhalb der EU lebt. Wichtig ist nur, dass es sich um einen zeitlich begrenzten Aufenthalt handelt. Es besteht allerdings trotzdem die Möglichkeit, sich diese Rente auf ein ausländisches Konto anstatt eines deutschen zahlen zu lassen. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass dabei zusätzliche Bankgebühren, Überweisungskosten und Kursverluste durch Währungswechsel anfallen können.

Sollte man dagegen vorhaben, mindestens sechs Monate im Jahr im Ausland zu verbringen, kann es zu Einschränkungen oder zu Abzügen bei der Rente kommen. Dies gilt zumindest, wenn man sich einen Wohnsitz außerhalb der EU sucht. Dabei gibt es je nach Land unterschiedliche Bestimmungen, die vor einer solchen Entscheidung überprüft werden sollten.

Als Rentner im Ausland – auch die Steuern bedenken!

Auch in Bezug auf die Steuern ist von Bedeutung, ob man vorübergehend ins Ausland zieht und dabei seinen Wohnsitz in Deutschland behält, oder ob man dauerhaft im Ausland wohnt. Dauert der Aufenthalt unter sechs Monaten im Jahr, bleibt alles unverändert und man ist uneingeschränkt in Deutschland steuerpflichtig.

Zieht man dagegen für längere Zeit ins Ausland, ist die Steuerpflicht beschränkt. Es kann beispielsweise der in Deutschland übliche Grundfreibetrag bei der Steuerberechnung entfallen. Sollte man also planen, dauerhaft seine Rente im Ausland zu verbringen, ist es unabdingbar, sich vorher mit dem Finanzamt oder mit einem Steuerexperten zusammenzusetzen, um alle Eventualitäten abzuklären.

Krankenversicherungen für das Leben als Rentner im Ausland

Natürlich ist es bei den Überlegungen, den Ruhestand im Ausland zu verbringen, auch wichtig, die Möglichkeiten und Spezialisierungen der Krankenversicherung zu bedenken. Durch einen Umzug kann es sein, dass sich der Versicherungsbedarf ändert. Daher sollte man unbedingt abklären, was die bisherige Krankenversicherung abdeckt. Vor allem bei Nicht-EU-Ländern sollte man überprüfen, welche Schwierigkeiten entstehen können, und wie man sich dagegen wappnen kann.

In jedem Fall bedarf der Traum von der Rente im Ausland einiger gut durchdachter Planung und Organisation in vielen Bereichen. Doch das sollte niemanden abschrecken. Vorfreude ist schließlich auch etwas Schönes. Bei der Vorbereitung Ihres verdienten Ruhestands können z.B. auch beglaubigte Übersetzungen helfen:

Florian Ravaux
Als gebürtiger Bretone befürchtet Monsieur Ravaux vor allem eines: dass ihm der Himmel auf den Kopf fällt. Florian Ravaux, 1983 in Rennes geboren, studierte Rechtswissenschaften in Frankreich an der Universität Rennes 1 und in Deutschland an der Humboldt-Universität zu Berlin. Während seines Studiums spezialisierte er sich auf europäisches Recht. Darüber hinaus erwarb er in Partnerschaft mit Sciences-po Straßburg einen Master-Abschluss in Wissenschaftspolitik am Institut des Hautes Etudes Européennes in Straßburg.
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