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Weihnachten in Russland

Die ganze Welt liebt und feiert Weihnachten. Auch das weit im Norden gelegen Russland zeigt sich zu dieser Zeit  von einer ganz besonderen Seite. Die prunkvollen Städte, die schneebedeckte Landschaft und kunstvoll angebrachten Lichter versetzen den Betrachter in ein wahres Wintermärchen. Doch bei genauerem Hinsehen merkt man, dass irgendwie alles ein wenig anders abläuft als bei uns in Deutschland. Wann feiert man in Russland Weihnachten und was für Bräuche und Unterschiede gibt es? 

Die Vorweihnachtszeit in Russland 

Vor dem „Neujahr“ feiern die Kinder in Russland Weihnachten. Allerdings ähnelt dieser Brauch eher dem Fasching. Die Kinder verkleiden sich meist als Waldbewohner, beliebt sind beispielsweise Hase, Fuchs oder Maus. Traditionell werden die Verkleidungen selbst gebastelt. Auch Russlands Straßen sind zu dieser Zeit festlich geschmückt und von Schnee bedeckt. Es ist üblich, dass man auf öffentlichen Plätzen Eisfiguren findet. Die kunstvollen Skulpturen werden von Künstlern gestaltet. 

Wann feiert man in Russland Weihnachten?

Eigentlich feiert man in Russland Weihnachten am 7. Januar. Doch zu Zeiten der Sowjetunion wurde die christliche Religion unterdrückt und ihre Feiertage verboten. Daher ist die Geburt Jesu, anders als bei uns, in Russland bis heute kein religiöser Feiertag. Die Kommunisten verlegten die Bescherung in Folge dessen auf den nicht religiös behafteten Tag der Jahreswende. Nun wurden am 31. Dezember also zwei Feste gefeiert: Weihnachten und Silvester. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion konnte der 7. Januar wieder öffentlich gefeiert werden, doch die „Weihnachtsbräuche“ werden bis heute noch zum „Neujahr“ ausgelebt. Am 31. Dezember trifft sich die Familie zum gemeinsamen Festessen unterm Weihnachtsbaum und auch die Bescherung findet statt. Gegen Mitternacht am selben Tag wird dann der Jahreswechsel mit den westlichen Silvesterbräuchen wie Sekt und Feuerwerk eingeläutet.

Das Väterchen Frost 

In Russland sind Märchen sehr beliebt. Das Weihnachtsmärchen bildet hier keine Ausnahme. Der russische Weihnachtsmann heißt „Ded Moroz“, übersetzt bedeutet das „Väterchen Frost“. Ursprünglich ist er ein Zauberer aus einem Märchen. Ob er einen roten, blauen oder doch weißen Mantel trägt, hängt ganz von der Region ab. Er trägt einen langen weißen Bart und eine Mütze, in der Hand hält er ein Zepter, dessen Spitze alles zu Eis gefrieren lässt, was er berührt. Er erscheint stets in Begleitung seiner Enkelin „Snegurotschka“, zu Deutsch „Schneemädchen“ oder „Schneeflöckchen“. Zusammen reisen sie auf einem Schlitten, der von drei Schimmeln gezogen wird. Sie hilft Väterchen Frost dabei, die Geschenke zu verteilen. Die Kinder müssen ihr hiefür ein Gedicht aufsagen oder ein Lied vorsingen und schließlich rufen sie gemeinsam nach Väterchen Frost. 

Florian Ravaux
Als gebürtiger Bretone befürchtet Monsieur Ravaux vor allem eines: dass ihm der Himmel auf den Kopf fällt. Florian Ravaux, 1983 in Rennes geboren, studierte Rechtswissenschaften in Frankreich an der Universität Rennes 1 und in Deutschland an der Humboldt-Universität zu Berlin. Während seines Studiums spezialisierte er sich auf europäisches Recht. Darüber hinaus erwarb er in Partnerschaft mit Sciences-po Straßburg einen Master-Abschluss in Wissenschaftspolitik am Institut des Hautes Etudes Européennes in Straßburg.
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