Wie kann man eine gute Übersetzung erkennen und Missverständnisse vermeiden?

Sprachübersetzung kann kompliziert sein und es werden häufig Fehler gemacht. Eine direkte Übersetzung kann eine aussagekräftige Werbebotschaft in etwas lustiges, beleidigendes oder sogar in völligen Unsinn verwandeln. Man muss nur auf einer beliebigen Suchmaschine nach „Marketing Übersetzungsfehler“ suchen, um reichlich Beispiele zu finden.

Doch die pragmatischere Frage, die man stellen sollte, ist: Wie kann man eine gute Übersetzung erkennen und Missverständnisse vermeiden? Es gibt keine Zauberformel, aber hier sind die wichtigsten Punkte, die man beachten sollte.

Die Botschaft übersetzen, nicht nur die Wörter

Ein guter Übersetzer wird sich beim Übersetzen von Marketing oder Werbeinhalt immer auf die Botschaft konzentrieren. Anders als bei einer juristischen oder technischen Übersetzung ist es bei Marketingkommunikation entscheidend, dass die Botschaft bei der vorgesehenen Zielgruppe Anklang findet. Es muss weiter gehen als eine wörtliche Übersetzung. Man kann es so sehen; es gibt einen Grund, warum Werbetexter eingestellt werden. Sie tragen etwas Wertvolles bei, indem sie eine Botschaft interessant, wirkungsvoll und überzeugend machen – und dabei so wenige Wörter wie möglich benutzen. Wenn man einen so kreativen Inhalt in eine andere Sprache übersetzt, verdient dies die gleiche Aufmerksamkeit, um so effektiv zu sein wie das Original.

Kulturelle Nuancen verstehen

Die Kultur des Publikums zu verstehen ist beim Übersetzen von Werbeinhalt entscheidend. Worte können korrekt übersetzt werden, aber eine Doppelbedeutung haben oder eine völlig andere Reaktion hervorrufen.

Ein Beispiel dafür ist Orange, ein führender Telekommunikationsanbieter, der in Irland eine Kampagne gestartet hatte mit dem Spruch „The future’s bright, the future’s orange“ (englisch: Die Zukunft ist strahlend, die Zukunft ist orange). Hätte der Autor in Irland gewohnt, hätte er oder sie gewusst, dass der Ausdruck „orange“ sich auch auf den Oranier-Orden, den sogenannten „Orange Order“, bezieht, eine protestantische Organisation. Der Ausdruck wird oft mit Unionismus, Sekten und sogar Rassismus in Verbindung gebracht. Nicht gerade die Werte, die die Orange Marke vermitteln wollte.

Ton und Stil an die Marke anpassen

Auch wenn eine Marke keine formalisierte Positionierung hat, wird ihre Marketingkommunikation einen bestimmten Stil und Ton haben, der ihr eigen ist. Es ist wie eine Persönlichkeit mit Charakteristiken, welche die Zielgruppe erkennen wird. Wenn Marketingkommunikation in eine andere Sprache übersetzt wird, ist es wichtig, den gleichen Ton und Schreibstil aufrechtzuerhalten. Ein guter Autor wird die richtigen Fragen stellen. Ist die Marke bewährt und autoritär oder neu und revolutionär? Verlässt sie sich auf ihr Erbe oder auf Innovation? Ist sie formell oder informell bei der Kommunikation mit Kunden? Ob es eine Webseite, eine Broschüre oder eine Werbeanzeige ist, es ist wichtig, die gleiche Markenstimme zu benutzen. Je konsequenter man ist, desto höher ist der Wiedererkennungswert.

Auf die Bilder achten – sie sind 1000 Wörter wert

Wie bei der Kommunikation, was man sieht findet mehr (und schneller) Widerhall als was man liest. So funktioniert das Gehirn. Worte und Gestaltung übermitteln gemeinsam die Botschaft. Man muss beim Übersetzen von Werbekommunikation beides beachten. Finden die Bilder bei einem ausländischen Publikum Anklang? Haben die Farben und Symbole eine andere Bedeutung? Dies sind die Dinge, nach denen man Ausschau halten muss. Man sollte bei jemandem nachfragen, der nah an der Kultur der Zielgruppe ist. Oft kann eine kleine und einfache Korrektur einen großen Unterschied machen.

translate