So sieht Deutschland nach dem Rechts-RUMMS aus

So sieht Deutschland nach dem Rechts-RUMMS aus

AfD vor allem bei ostdeutschen Männern beliebt

Mit 94 Sitzen zieht die AfD in den Bundestag ein, konnte 12,6 Prozent der Zweitstimmen hinter sich vereinen.

Spitzenkandidatin Alice Weidel freute sich bei der Pressekonferenz am Montagmorgen: „Wir sind selber überrascht, haben mit so einem hohen Ergebnis nicht gerechnet.“

Besonders erfolgreich waren die Rechtspopulisten im Osten Deutschlands: In Sachsen konnte die AfD ihr Ergebnis im Vergleich zur letzten Wahl um 20,3 Prozentpunkte steigern und wurde mit 27 Prozent der Zweitstimmen stärkste Kraft – wenn auch nur mit einem knappen Vorsprung von 0,1 Prozentpunkten zur CDU. In allen anderen ehemaligen DDR-Ländern außer Berlin landete die Partei auf dem zweiten Platz.

 Drei Direktmandate konnte die AfD erringen – alle in Sachsen. Am stärksten schnitt sie im Wahlkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ab. 37,4 Prozent der Wähler stimmten für Noch-Parteivorsitzende Frauke Petry, die sich damit klar gegen den langjährigen CDU-Abgeordneten Klaus Brähmig (28,8) durchsetzte.

Für die Wahlkreise Görlitz und Bautzen I ziehen die AfD-Kandidaten Tino Chupralla mit 32,4 Prozent und Karsten Hilse mit 32,4 Prozent per Direktmandat in den Bundestag ein.

Auffällig: Die NPD bekam in diesen drei Wahlkreisen keine Erststimmen, verlor im Vergleich zur letzten Wahl zwischen 4,8 und 6,6 Prozentpunkte.

Insgesamt erreichte die AfD in den Ost-Ländern und im Osten Berlins 21,5 Prozent der Stimmen, wie der MDR unter Berufung auf Infratest dimap berichtet.

► Bei den ostdeutschen Männern schnitt die Partei sogar am besten ab: Laut Infratest dimap machten insgesamt 26 Prozent der ostdeutschen Männer ihr Kreuz bei der AfD, bei den Frauen waren es 17 Prozent. Zum Vergleich: Im Westen votierten 13 Prozent der Männer und 8 Prozent der Frauen für die AfD.

Wahlsieger ist allerdings wie im Rest der Bundesrepublik die Union mit 26,5 Prozent, die Linke kommt demnach auf 16,5 Prozent und die SPD 14,5 Prozent der Stimmen. Die FDP erreicht 8 Prozent der Stimmen, die Grünen 6 Prozent.

Auch in Westdeutschland hat die AfD einige Hochburgen, insbesondere in ländlich geprägten Gebieten im Süden und in der Mitte des Landes.

► Im bayrischen Wahlkreis Deggendorf erreichte sie mit 19,2 Prozent der Zweitstimmen ihr bestes West-Ergebnis. Stark schnitt sie auch in einigen Städten im Ruhrgebiet ab. So schaffte sie im Wahlkreis Gelsenkirchen am Sonntag 16,9 Prozent.

Der Graben zwischen Ost und West

► Besonders sticht der Erfolg der Linken im Osten hervor. Sie holte dort zwischen 16,9 Prozent und 18,8 Prozent der Zweitstimmen, im stärksten Wahlkreis Berlin-Lichtenberg sogar 29,3 Prozent.

Im Westen blieb die Linke zum Großteil klar einstellig, mit den Ausnahmen Bremen (13,5 Prozent), Saarland (12,9 Prozent) und Hamburg (12,2 Prozent).

► Umgekehrt sieht es bei der SPD aus!

Außer in den traditionellen Unionshochburgen Baden-Württemberg und Bayern liegt ihr Zweitstimmenanteil in den West-Ländern deutlich über 20 Prozent, teilweise in der Nähe der 30 Prozent. Im Osten liegen die Ergebnisse dagegen bei 10,5 (Sachsen) bis 17,6 Prozent (Berlin).

Außerhalb der Hauptstadt konnten die Sozialdemokraten auch nur ein einziges Direktmandat gewinnen.

► Die Grünen kommen im Osten (Berlin ausgenommen) besonders schlecht an: Sie rangieren hier zwischen 3,7 und 5,0 Prozent, liegen zum Großteil unter der Fünf-Prozent-Hürde. Während ihnen in ihrer Hochburg, dem Wahlkreis Freiburg, 21,2 Prozent der Wähler ihre Zweitstimme anvertrauten, liegt der schwächste Wahlkreis der Grünen in Sachsen (Erzgebirgskreis, 2,2 Prozent

Wähler so alt wie nie zuvor

Drei Millionen Erstwähler konnten ihre Stimme abgeben.

Insgesamt ist die Wahlbevölkerung aber so alt wie nie zuvor.

Zum ersten Mal war mehr als die Hälfte aller Wahlberechtigten über 52 Jahre alt, wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung errechnet hat.

Mehr als jeder Dritte (36,1 Prozent) ist einer Schätzung des Bundesamtes für Statistik zufolge 60 Jahre oder älter.

 

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