Der Tag der Deutschen Einheit

Der Tag der Deutschen Einheit

Der Tag der Deutschen Einheit ist der nationale deutsche Feiertag und wird seit dem Jahre 1990 am 3. Oktober gefeiert, es ist der Feiertag der Wiedervereinigung des Landes. In Deutschland ist es der einzige gesetzlich geregelte nationale Feiertag, alle anderen sind regional festgelegt.

Vor 1990 wurde der Nationalfeiertag der Bundesrepublik am 17. Juni zelebriert und der der Deutschen Demokratischen Republik am 7. Oktober. Der Tag der Einheit ist sehr präsent in Deutschland.

Aber warum haben die Deutschen ihren nationalen Feiertag auf den 3. Oktober festgelegt?

Der Fall der Mauer fand ja am 9. November statt, oder? Ja. Aber kurz nach dem Fall der Mauer brauchte es fast ein Jahr, um die Auswirkungen der deutschen Wiedervereinigung zu regeln, die vor allem vom guten Willen der Alliierten abhingen, unter anderem der der Russen, der Amerikaner, der Briten und der Franzosen. Am 3. Oktober 1990, im Rahmen einer historischen Versammlung im Bundestag in Bonn, beschlossen die Abgeordneten den Beitritt Ostdeutschlands in die Bundesrepublik. Die deutsche Wiedervereinigung war nun in vollem Gange. Und seitdem findet der nationale Feiertag am 3. Oktober statt.

Die Geschichte der Wiedervereinigung Deutschlands ist eine Serie an unvorhergesehenen Ereignissen, zufälligen Fügungen und dem Willen eines jeden Einzelnen, einen Schlussstrich zu setzen unter eine unterdrückende Regierung, ohne dabei viel Blut zu vergießen. Die „friedliche Revolution“ der Deutschen Demokratischen Republik ist ein gutes Beispiel dafür, was uns ansonsten in Europa in wenigen Jahren erwartet hätte – der Überdruss der Menschen, das komplette Fehlen an Vertrauen ihn ihre Anführer, der Wille in Würde zu leben, alles das hat die Anwohner der Deutschen Demokratischen Republik dazu motiviert, sich monatelang friedlich in den Städten niederzulassen.

Eine andere glückliche Fügung der Geschichte – in diesem Augenblick- ist gewesen, dass Russland von Mikhail Gorbatchev regiert wurde, welcher ein friedliches Europa wollte und der nicht die gleichen Intentionen wie seine Nachfolger hatte. Und Francois Mitterand, zunächst feindselig gegenüber der Idee eines noch mächtigeren Deutschlands im Herzen Europas, gab ebenfalls klein bei.

Aber der unglaublichste Glücksfall, das war die Pressekonferenz von Günther Schabowski, Mitglied des Parteiausschusses der SED, die am Abend des 9. Novembers 1989 stattfand. Er verkündete den Beschluss der Partei, den Einwohnern Ostdeutschlands Urlaub im Westen zu gewähren. Als ein Journalist ihn fragte, ob dieser Beschluss sofort gültig sei, antwortete Schabowski, erstaunt über die Frage, ohne Vorbehalte, indem er sagte: „Meines Erachtens, ja. Die neue Regelung tritt sofort in Kraft.“ Einige Augenblicke später versammelten sich Millionen an Anwohnern Ostdeutschlands an den Grenzübergängen und riefen „Öffnet die Grenzen, öffnet die Grenzen!“, während die ostdeutschen Polizisten, gar nicht vorbereitet auf die Situation, vergeblich versuchten, die Massen zurückzuhalten, die aber ruhig blieben. Schließlich, noch einer dieser Glücksfälle, beschloss der leitende Offizier, die Grenzen zu öffnen, um ein Massaker zu vermeiden. Hätte der Offizier beschlossen, das Feuer unter den Massen zu eröffnen, wäre die Revolution abrupt gestoppt worden.

Nach der Öffnung der Grenzen fiel Deutschland in einen fieberähnlichen Zustand. Alle möglichen Vorschläge ertönten und nach einem Jahr an Verhandlungen, war am 3. Oktober 1990 alles bereit für die offizielle Wiedervereinigung.

Seitdem sucht Deutschland eine Normalität, die sie in 24 Jahren nicht hatte erreichen können. Die Lebensqualität zwischen der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland ist immer noch sehr unterschiedlich, die ländlichen Gegenden in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik sterben aus. Arbeitslosigkeit, kulturelle Unterschiede, eine katastrophale Ökonomie in den „neuen“ Bundesländern und die Nutznießer der Westmächte haben die fehlende Erfahrung der Deutschen Ostdeutschlands im Kapitalismus ausgenutzt – zahlreiche Ostdeutsche hätten gerne wieder die Zeiten der Deutschen Demokratischen Republik zurück.

Die Verlierer dieser Vereinigung, das sind die Generationen, die in den vierzig Jahren der Deutschen Demokratischen Republik aufgewachsen sind und welche sich nur schwer einem System anpassen können, dass sich nur wenig um seine Individuen kümmert. Aber, Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut! Die jungen Generationen, für die die deutsche Wiedervereinigung nur eine Seite in einem Geschichtsbuch ist, machen keinen Unterschied mehr zwischen Ost und West, und das ist sehr erfreulich. Aber es braucht sicherlich noch weitere 24 Jahre, damit die beiden Hälften Deutschlands sich wieder auf Augenhöhe begegnen können. Aber mit Geduld und gutem Willen werden die Deutschen das erreichen.

 

 

 

 

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