Der Internationale Frauentag wird zu einem gesetzlichen Feiertag in Berlin 

Der Internationale Frauentag wird zu einem gesetzlichen Feiertag in Berlin 

Die fortschrittliche Regierung Berlins hat ihre Unterstützung für den Vorschlag des Bürgermeisters, den 8. März in einen gesetzlichen Feiertag zu verwandeln, bekanntgegeben. Diese äußerst symbolische Initiative würde die Hauptstadt zu einem Wegbereiter im Anerkennen der Errungenschaften der Frau machen.

Als erstes Bundesland, in dem der Internationale Frauentag zu einem offiziell gesetzlichen Feiertag erklärt wird, steht Berlin davor, Geschichte zu schreiben. Dieser Schritt würde bedeuten, dass Berufstätige in dem Großteil der Privatfirmen und Staatseinrichtungen einen Tag frei haben würden.

Diese von Berlin Bürgermeister Michal Müller eingeleitete Maßnahme stieß in der Landesregierung seitens der SPD, der Linken und der Grünen auf Unterstützung. Am Samstagabend verkündete die Grünen-Landeschefin Nina Stahr: „Der Einsatz für Frauenrechte und Gleichberechtigung gehört zur grünen DNA. Wir freuen uns, dass es nun eine Mehrheit im Abgeordnetenhaus für den Frauentag geben kann.“

Starkes Zeichen

Obwohl dieser Schritt lediglich den Stadtstaat Berlin, mit Berlin als Hauptstadt und mit Abstand bevölkerungsreichste Stadt, als einziges Bundesland betreffen würde, hätte er gleichzeitig Auswirkungen auf Millionen von Arbeitnehmern und einen beträchtlichen Symbolwert. 

Bei diesem Feiertag handelt es sich um mehr als nur einen weiteren freien Tag: „Wichtig ist für uns, dass der Tag politisch bleibt“, betont Stahr. „Solange Gleichberechtigung und Gleichstellung nicht vollendet sind, werden wir Grünen am 8. März nicht nur feiern, sondern weiter auf die Straße gehen und für eine gerechtere Gesellschaft kämpfen.“

Raed Saleh, Fraktionsvorsitzender der SPD, fügte hinzu, dass der Feiertag den Geiste Berlins einbinden werden würde, indem die Gleichberechtigung von Frauen und Männern sowie Menschen aus verschiedenen Verhältnissen und unterschiedlichster Nationalitäten gewürdigt werde. Hierzu gehört auch die Bewohner der ehemaligen DDR, wo der 8. März, ähnlich wie in anderen Ostblockstaaten, traditionell mit einer sogar noch größeren Reichweite gefeiert wurde, als es in vielen westlichen Nationen der Fall war. „Gerade für Berlin ist dieser Tag der richtige Tag“ – um ihn mit einem Feiertag zu ehren.

Dieser Schritt kam zu einem gelegenen Zeit im Hinblick darauf, dass der 25. November den Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen darstellt.

 „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“

Befürworter dieser Maßnahme hoffen, dass der neue Feiertag bereits im März 2019 anerkannt wird. Damit dies jedoch geschieht, müssten Verwaltungsmaßnahmen schnellstens verabschiedet werden.

 „Mein Ziel ist es, dass wir diesen Feiertag für 2019 einführen“, erzählte SPD-Vorsitzender Saleh der Deutsche Presse-Agentur. „Das ist schwer, aber machbar“, behaupte er und wies darauf hin, dass der Gesetzentwurf zum ersten Mal in einer Parlamentssitzung im Landtag am 13. Dezember eingebracht und in einer zweiten Sitzung am 24. Januar zugestimmt werden würde. Damit die Berliner Arbeiterschaft einen freien Tag bekommen kann, würden jedoch Geschäfte, Kindergärten, Transportunternehmen und andere Firmen möglicherweise noch ein wenig mehr Vorbereitungszeit benötigen, warnte Bürgermeister Müller. Der Sozialdemokrat lässt sich allerdings nicht abschrecken: „Ich kenne die Bedenken, aber wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.“

Die Bundesländern sind bevollmächtigt, gesetzliche Feiertage unabhängig voneinander festzulegen, was bedeutet, dass beispielsweise in Bayern vier Feiertage mehr als in Berlin existieren. Nordrhein-Westfalen, das Saarland und Rheinland-Pfalz, bei denen es sich, wie bei Bayern, um traditionell katholische Regionen handelt, erkennen ebenfalls mehr gesetzliche Feiertage an.

Seit 100 Jahren in der Entstehung

Der Internationale Frauentag lässt sich auf das Jahr 1910 zurückführen: Nachdem er durch die Internationale Sozialistische Frauenkonferenz, die in Kopenhagen im selben Jahr abgehalten wurde, losgetreten wurde, werden an diesem Tag die Beiträge von Frauen an die Welt gewürdigt. Seit 1921 wird der Internationale Frauentag am 8. März gefeiert. Eine größere Anerkennung erhielt er, nachdem er von den Vereinten Nationen im Jahr 1975 übernommen wurde und mittlerweile zu einem offizieller Feiertag in vielen Ländern geworden ist, wobei ihm nur eine Handvoll davon auch den Stellenwert eines gesetzlichen Feiertages einräumen. 

In Deutschland wurde der Feiertag zum erstem Mal am 19. März 1911 auf Vorschlag der deutschen Sozialdemokratin Clara Zetkin gefeiert – und das obwohl Zetkin und ihre Landesfrauen noch nicht wählen durften. 2018 markiert das 100-jähirge Frauenwahlrecht in Deutschland.   

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